Fair gehandelte Produkte

Landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kaffee, Tee, Kakao, Zucker, Reis, Bananen, Ananas, Blumen, Gewürze, Nüsse, Baumwolle und verschiedene Handwerkserzeugnisse werden aus Afrika, Asien oder Lateinamerika nach Europa importiert.

Den Preis für diese Waren regelt der stark umkämpfte Weltmarkt. Die Weltmarktpreise können durch staatliche Subventionsprogramme (z.B. für Baumwolle in den USA, China und in der EU), durch gezielte Auf- und Abkäufe und durch Spekulationen an den Rohstoffbörsen beeinflusst werden. Die Preise unterliegen deshalb starken Schwankungen. Preiseinbrüche sind an der Tagesordnung. Da die meisten Erzeuger aus der Dritten Welt vom Export ihrer Waren abhängig sind, ist der Verkauf auf dem Weltmarkt ein ständiger Überlebenskampf.

Ein großes Problem sind auch die lokalen Zwischenhändler, die nur einen kleinen Teil des Verkaufspreises an die Erzeuger weitergeben. Damit können die Kleinbauern und Handwerker in den meisten Fällen nicht einmal ihre Kosten decken. Armut und Verelendung sind vorprogrammiert. Oft ist die Not der Menschen so erdrückend, dass sie kriminell werden, sich prostituieren oder ihre Kinder verkaufen und arbeiten lassen müssen.

Um die Ungerechtigkeiten dieses Systems auszugleichen, entwickelten karitative und kirchliche Organisationen das Handelskonzept „Fairer Handel“. Im Mittelpunkt stehen kontrollierte Handelspartnerschaften, bei denen Mindestpreise über dem Weltmarktniveau gezahlt werden und der Zwischenhandel durch Direkteinkauf bei den Erzeugern ausgeschaltet wird. Die Kleinbauern, Handwerker und Plantagenarbeiter sichern sich durch den Fairen Handel ihre Existenz und erhalten außerdem eine längerfristige Perspektive. Die Armut wird gezielt bekämpft.

Einer der wichtigsten Aktionspunkte für den Fairen Handel ist das Verbot der illegalen Kinderarbeit.
70 Millionen Kinder unter 10 Jahren müssen unter schlimmsten Bedingungen arbeiten. Weit verbreitet ist die Kinderarbeit in Gold- und Diamantenminen und auf Kakao- und Kaffeeplantagen. Die Kinder verrichten 7 Tage die Woche 12 – 14 Stunden täglich körperlich schwere Arbeit. Oft werden sie von zu Hause entführt.  
Auf den Plantagen bekommen sie nur eine Mahlzeit oder ein paar Cent am Tag,  
Sehen Sie dazu die bewegende Reportage: Schmutzige Schokolade - Kindersklaven in Afrika und Schmutzige Schokolade - Teil 2.

Unter den Kinderarbeitern findet man besonders viele Waisenkinder. Waisenkinder haben bereits alles verloren, was für ein Kind wichtig ist: Mutter, Vater und ein Zuhause. Sie kämpfen täglich um das Überleben. Diese Situation wird von Minenbetreibern und Plantagenbesitzern schamlos ausgenutzt. Sie missbrauchen die Kinder als billige wehrlose Arbeitskräfte. Die Waisenkinder haben niemanden, der sie davor schützt. Mit dem Kauf von Produkten aus fairem Handel können Sie Kinderarbeit verhindern. Fairer Handel verhindert außerdem, dass noch mehr Kinder zu Waisen werden


Die Faitrade Labelling Organizations International (FLO) unterhält das größte Fair-Trade-Programm. Die meisten Produkte aus Fairem Handel sind mit dem fairtrade-Siegel der FLO gekennzeichnet. Daneben gibt es eine Reihe von Fair-Trade-Produkten von Herstellern oder Vermarktungsorganisationen, die mit einem eigenen Siegel oder Logo arbeiten.

Die Fair-Trade-Programme erfüllen im besten Fall folgende Kriterien:

- Zahlung eines Mindestpreises, der die Kosten deckt und ihre Existenz sichert. Der Mindestpreis liegt deutlich über dem Weltmarktpreis oder dem lokal üblichen Preis.
- Zahlung einer zusätzlichen Prämie (z.B. als Preisaufschlag oder durch Ausschüttung von Lizenzgebühren), die für Gemeinschaftsprojekte im Bereich Bildung, Infrastruktur und Gesundheit eingesetzt wird.
- Schaffung von Planungs- und Produktionssicherheit durch langfristige Handelsverträge, Absatzgarantien oder Nachfrageallianzen
- Schaffung von Möglichkeiten zur Vorfinanzierung (Kredite), zur Weiterbildung und Schulung
- Verbot von Illegaler und ausbeuterischer Kinderarbeit
- Einhaltung von  Sozialstandards für Fabrik- Arbeiter und Plantagen-Angestellte
- Bereitstellung von Sozialprogrammen für selbstständig Tätige, wie Kleinbauern und Handwerker

Um die auf unserer Webseite vorgestellten Fair-Trade-Produkte vergleichbar zu machen, finden Sie unter dem jeweiligen Beitrag eine kurze Übersicht mit Informationen, welche der oben genannten Kriterien erfüllt werden.

Der Kauf von Fair-Trade-Produkten ist ein gute Ergänzung, wenn nicht sogar die bessere Alternative, zum Spenden für die Dritte Welt. Die Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika profitieren direkt von Ihrem Einkauf. Sie werden in die Lage versetzt, aus eigener Kraft die Lebensbedingungen ihrer Familie und  der lokalen Gemeinschaft  zu verbessern und sind nicht auf Almosen aus dem Westen angewiesen.

Derzeit profitieren schon fast 6 Millionen Menschen direkt oder indirekt vom Fairen Handel.
Die Hoffnung ist, dass es noch viel mehr werden. 800 Millionen Menschen hungern auf der Welt. Der Fair-Trade-Handel ist effektive Hilfe, die unmittelbar und direkt bei den Menschen in armen Ländern wie Äthiopien, Kenia, Indien, Sri Lanka, Bolivien oder Peru ankommt.
 


Zurück


Social Media

newstest
newstest